Viechtach. Entschleunigung als Schulstoff. Zu Beginn des Schuljahrs machte sich die P-Seminar- „Sportgruppe“ des Dominicus-von- Linprun-Gymnasiums zusammen mit den Lehrerinnen Andrea Kaufmann und Martina Kopp sowie dem Stadtjugendpfleger Marco Lorenz auf in die Wildnis des Nationalparks. Ziel dieses zweitägigen Aufenthalts war es, im Einklang mit der Natur und jenseits von Konsumgütern und Medien wie Handy oder Computer zu sich selbst zu finden. Das Vorhaben bildete den Abschluss der im letzten Schuljahr in der Q11 geleisteten Auseinandersetzung mit dem Thema „Sucht“, setzte den Schwerpunkt nun auf bewusste Lebensführung durch gesunde Ernährung, sinnvollen Mediengebrauch und Abbau von Stress durch Entschleunigung und Entspannung. Ein großes Thema war auch der Leistungsdruck in der Oberstufe.
Die Selbstversorgerhütte des Wald-Vereins Frauenau auf dem Verlorenen Schachten schien für das Vorhaben prädestiniert. Selbstverständlich wurde vorher ausreichend Proviant besorgt, welcher zusammen mit Schlafsäcken und Isomatten in einer dreistündigen, steinigen und steilen Wanderung zur Hütte transportiert wurde.
Den Schülern des Sportseminars, die sich über die Unterstützung durch die Stadt Viechtach und den Stadtjugendpfleger freuten, wurden unter Leitung von Marco Lorenz Aufgaben aus dem Bereich der Erlebnispädagogik gestellt – einzeln und im Team. Eine besondere Herausforderung stellte der Programmpunkt „Free Solo“ dar. Mit einer Notpfeife ausgestattet, sollte jeder Schüler zwei Stunden alleine auf einem selbst gewählten Platz in der Umgebung seinen eigenen Ruhepol ausfindig machen und dabei sichergehen, wirklich keinen anderen Menschen mehr sehen zu können. Ein Kontrollpfiff garantierte den Schülern, dass sie sich nicht zu weit von der Hütte entfernt hatten, und schon konnte es losgehen. Einige nutzten die Zeit, um sich in der spätsommerlichen Nachmittagssonne Gedanken über ihre Zukunft nach dem Abitur zu machen. Einfälle, Pläne und Geistesblitze wurden in einem Brief an sich selbst festgehalten, welcher von den Betreuern eingesammelt wurde und mit dem Abitur wieder ausgehändigt wird. Abends grillte man gemeinsam am Lagerfeuer und anschließend ließ man den gelungenen Tag mit Gitarrenklängen ausklingen. Für viele war dieser kurze Trip in die Wildnis eine unvergessliche Erfahrung. Den Schülern wurde deutlich, wie wichtig Ruhe manchmal ist und wie erholsam es sein kann, für einige Zeit weder über soziale Netzwerke noch über das Handy erreichbar zu sein, und wie wichtig die Konzentration auf den gelebten Augenblick ist.